E-Rechnung Frankreich 2026: B2B-Pflicht, PDP-Modell & E-Reporting erklärt
Kurzüberblick: E-Rechnung Frankreich 2026

Ab dem 1. September 2026 müssen alle in Frankreich ansässigen Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können. Große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe sind ab diesem Datum zusätzlich verpflichtet, elektronische Rechnungen auszustellen. Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen folgen mit der Versandpflicht zum 1. September 2027. Parallel dazu startet ein verpflichtendes E-Reporting für bestimmte Transaktionen und Zahlungen. Der Zeitplan für E-Reporting richtet sich ebenfalls nach der Unternehmensgröße.
Aktueller Stand der E-Rechnung in Frankreich (B2G)
Seit dem 1. Januar 2020 müssen Unternehmen Rechnungen an den öffentlichen Sektor in Frankreich elektronisch einreichen. Die Plattform Chorus Pro ist dafür der zentrale Zugang.
Die Verordnung vom 15. September 2021 legt den Rahmen fest, um die elektronische Rechnung schrittweise auf den gesamten B2B-Bereich auszuweiten. Ziel ist eine vollständige Digitalisierung der Rechnungsprozesse in Frankreich.
Die Reform verfolgt mehrere Ziele. Sie soll den Verwaltungsaufwand senken, Zahlungsfristen verkürzen und die Produktivität erhöhen. Die Umsatzsteuererklärungen werden vereinfacht, weil die Verwaltung in Zukunft viele Felder vorbefüllt. Gleichzeitig soll Umsatzsteuerbetrug leichter erkannt werden, da Rechnungs- und Umsatzdaten vollständig und strukturiert vorliegen.
E-Rechnung Frankreich 2026: Zeitplan für Empfang, Versand und E-Reporting
Das französische Wirtschaftsministerium und die DGFiP beschreiben den Kalender wie folgt.
- ab 1. September 2026 müssen alle Unternehmen elektronische Rechnungen empfangen können
- ab 1. September 2026 müssen große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe elektronische Rechnungen ausstellen
- ab 1. September 2027 müssen Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen elektronische Rechnungen ausstellen
Die Einführung des E-Reportings folgt dem gleichen Muster. Große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe starten ab dem 1. September 2026 mit E-Reporting. Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen folgen ab dem 1. September 2027.
Die genaue Einteilung der Unternehmensgrößen wird in offiziellen Dokumenten erläutert. Unternehmen sollten regelmäßig die Informationen auf impots.gouv.fr und economie.gouv.fr prüfen, da Details und Stichtage bei Bedarf präzisiert werden.
E-Rechnung Frankreich 2026: PDP-Modell, Chorus Pro und Rolle des PPF
Frankreich nutzt für die E-Rechnung eine Y-Architektur. Unternehmen greifen auf unterschiedliche Plattformen zu, die klar definierte Aufgaben haben.
Für den B2B-Bereich wählen Unternehmen eine zertifizierte Partnerplattform für die elektronische Rechnung. Diese Plattform wird als PDP-Plattform bezeichnet (Plateforme de Dématérialisation Partenaire). Eine PDP-Plattform nimmt Rechnungen entgegen, prüft sie und leitet die relevanten Daten an die Steuerverwaltung weiter. Sie unterstützt verschiedene Formate, zum Beispiel UBL EN 16931, Factur-X oder nationale CIUS-Varianten.
Für Rechnungen an den öffentlichen Sektor bleibt Chorus Pro die zentrale Plattform. Unternehmen, die Rechnungen an französische Behörden stellen, nutzen Chorus Pro weiterhin als B2G-Rechnungsportal. Chorus Pro übernimmt die Annahme dieser Rechnungen und übermittelt die benötigten Daten an das zentrale PPF.
Das PPF (Portail Public de Facturation) ist kein direkter Kommunikationskanal für Unternehmen. Es fungiert als zentrales Adressverzeichnis und als technischer Sammelpunkt für Datenströme aus den B2B-PDP-Plattformen und aus Chorus Pro. Die technische Anbindung erfolgt also an eine PDP-Plattform für den B2B-Bereich oder an Chorus Pro für den B2G-Bereich und nicht direkt an das PPF.
Spätestens vor dem jeweiligen Stichtag müssen Unternehmen ihre Plattformwahl treffen und technisch angebunden sein. Die Liste der zertifizierten PDP-Plattformen veröffentlicht die DGFiP und aktualisiert sie regelmäßig.
E-Reporting in Frankreich
Neben der E-Rechnung führt Frankreich ein verpflichtendes E-Reporting ein. Dabei werden zusätzliche Informationen an die Finanzverwaltung übermittelt. Dazu gehören bestimmte Transaktionen, etwa ausgewählte B2C-Umsätze oder bestimmte grenzüberschreitende Vorgänge, sowie Zahlungsdaten.
Die E-Reporting-Pflicht startet parallel zur E-Rechnungspflicht. Große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe müssen ab dem 1. September 2026 E-Reporting betreiben. Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen folgen ab dem 1. September 2027.
Ziel ist ein nahezu aktueller Überblick über die wirtschaftlichen Aktivitäten in Frankreich. Die Verwaltung erhält damit eine deutlich verbesserte Datengrundlage, um Umsatzsteuerbetrug zu bekämpfen und gleichzeitig die Erfüllung der Pflichten für Unternehmen zu vereinfachen.
Was bedeutet die E-Rechnung Frankreich 2026 für deutsche Unternehmen?
Die E-Rechnung Frankreich 2026 betrifft deutsche Unternehmen vor allem dann, wenn sie enge Geschäftsbeziehungen zu französischen Partnern haben oder eine eigene Gesellschaft in Frankreich betreiben.
Export aus Deutschland ohne Niederlassung in Frankreich
Unternehmen, die aus Deutschland nach Frankreich liefern, fallen nicht automatisch direkt unter die französische Pflicht. In der Praxis werden französische Kunden jedoch zunehmend strukturierte E-Rechnungen verlangen. Sie müssen ihre eigene Pflicht zur elektronischen Rechnungsannahme erfüllen und möchten interne Prozesse vereinheitlichen.
Gefragte Formate sind zum Beispiel Factur-X, UBL EN 16931 oder weitere Formate, die von PDP-Plattformen unterstützt werden. Es ist ratsam, die eigene ERP- und EDI-Landschaft so zu gestalten, dass diese Formate ohne manuellen Mehraufwand bereitgestellt werden können. So sinkt das Risiko von Medienbrüchen und zeitkritischen Sonderfällen.
Tochtergesellschaft oder Betriebsstätte in Frankreich
Unternehmen mit einer französischen Tochtergesellschaft oder einer festen Betriebsstätte in Frankreich sind direkt von der Reform betroffen. Die französische Einheit muss:
- eine PDP-Plattform nutzen oder für B2G-Rechnungen weiter mit Chorus Pro arbeiten
- die eigenen Rechnungsprozesse auf elektronische Formate umstellen
- sicherstellen, dass sowohl E-Rechnung als auch E-Reporting technisch und organisatorisch umgesetzt sind
Hier lohnt sich eine gemeinsame Betrachtung aller Länder mit E-Rechnungspflicht. Dazu gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien und Belgien. Peppol kann dabei als technisches Bindeglied dienen. Details dazu stehen im Länderprofil Peppol weltweit.
Branchen mit hohem Frankreich-Anteil
Einige Branchen arbeiten traditionell intensiv mit Frankreich zusammen. Beispiele sind:
- Automotive-Zulieferer
- Maschinenbau
- Handel und Konsumgüter
- Logistik und Spedition
Für diese Unternehmen wird die E-Rechnung Frankreich 2026 Teil des Tagesgeschäfts. Es lohnt sich, bestehende Prozesse frühzeitig zu analysieren und eine Roadmap zu definieren. So können deutsche und französische Anforderungen möglichst über eine gemeinsame EDI- und E-Rechnungsinfrastruktur bedient werden.
Fazit: Frankreich frühzeitig in die E-Rechnungsstrategie einbeziehen
Die E-Rechnung Frankreich 2026 ist ein zentraler Schritt in der europäischen Entwicklung hin zur verpflichtenden E-Rechnung im B2B. Durch die Kombination aus B2B-Mandat, PDP-Modell und E-Reporting steigt der Anspruch an Datenqualität und Prozessstabilität deutlich.
Unternehmen mit Frankreich-Bezug sollten die Reform nicht erst kurz vor dem Stichtag angehen. Eine rechtzeitige Planung der Anbindung, der Formatwahl und der Prozesse reduziert Risiken und verhindert Engpässe. Wer Deutschland, Frankreich, Spanien und andere EU-Länder gemeinsam betrachtet, kann Synergien nutzen und technische Lösungen wie Peppol und EN-16931-konforme Formate sinnvoll einsetzen.
Häufige Fragen zur E-Rechnung Frankreich 2026
Wann startet die E-Rechnung Frankreich 2026 im B2B-Bereich?
Ab dem 1. September 2026 müssen alle Unternehmen in Frankreich elektronische Rechnungen empfangen können. Große Unternehmen und Unternehmen mittlerer Größe müssen ab diesem Datum zusätzlich elektronische Rechnungen ausstellen. Mikro-, kleine und mittlere Unternehmen sind ab dem 1. September 2027 zur elektronischen Rechnungsausstellung verpflichtet.
Gilt die E-Rechnungspflicht Frankreich 2026 auch für deutsche Unternehmen?
Ja, wenn sie eine Tochtergesellschaft, eine Betriebsstätte oder enge B2B-Beziehungen in Frankreich haben. Unternehmen, die nur aus Deutschland exportieren, fallen nicht automatisch unter die französischen Pflichten. Sie werden jedoch häufig strukturierte E-Rechnungen liefern müssen, weil französische Kunden diese Formate verlangen.
Was ist das PDP-Modell in Frankreich?
PDP-Plattformen sind von der Verwaltung zertifizierte Partnerplattformen für den B2B-Bereich. Sie nehmen elektronische B2B-Rechnungen entgegen, validieren sie und übermitteln die Daten an die Steuerverwaltung.
Für Rechnungen an den öffentlichen Sektor bleibt Chorus Pro die eigene Plattform für B2G-Rechnungen. Unternehmen nutzen Chorus Pro für Rechnungen an Behörden und PDP-Plattformen für B2B-Rechnungen zwischen Unternehmen. Beide Wege speisen ihre Daten letztlich in das zentrale PPF ein.
Was bedeutet E-Reporting konkret?
Neben der eigentlichen Rechnung müssen bestimmte Transaktionsdaten elektronisch gemeldet werden. Dazu gehören ausgewählte Umsätze und Zahlungsinformationen, die nicht vollständig durch die E-Rechnung abgedeckt werden. Das E-Reporting folgt dem gleichen Zeitplan wie die E-Rechnungspflicht.
Welche Rolle spielt Peppol in Frankreich?
Frankreich ist Mitglied im Peppol-Netzwerk. Peppol-Dokumente und Profile werden in der französischen Infrastruktur unterstützt. Unternehmen, die Peppol bereits für andere Länder nutzen, können diese Anbindung in vielen Fällen auch für Frankreich verwenden. Eine Übersicht zu Peppol in verschiedenen Ländern bietet das Profil Peppol weltweit.
Ihr Ansprechpartner zur E-Rechnung Frankreich 2026
Wenn Sie Fragen zur E-Rechnung Frankreich 2026, zu PDP-Plattformen oder zu E-Reporting haben, stehen wir Ihnen zur Verfügung.
Kontakt: Jannik Stamm, Head of EDI
Telefon: +49 40 359641 259
Email: Jannik.Stamm@besitec.com